ALFRED MOEKE

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EINE SAMMLUNG OHNE PICASSO


ALFRED MOEKE


INTERVIEWS


Sein Interesse gilt den Künstlern der „verschollenen Generation”. Zu dieser Generation zählt er sich selber, auch wenn er noch äußerst präsent ist. Geboren in Schlesien, mit seiner Familie vertrieben, auf der Suche nach einem neuen Zuhause, dort angekommen und lebend mit seiner Gattin und den unauslöschlichen Erinnerungen an die verlorene Heimat.

Vielleicht sind es auch diese Erfahrungen, jene von den Notunterkünften nach dem Kriegs-ende, von den Entbehrungen und das unmittelbar erlebte Unheil des „Dritten Reiches”, die ihn gegen das Vergessen agieren lassen.

Seine Sammlung „ohne Picasso” besteht aus Bildern von Künstlern, die „damals” teilweise als entartet galten, die erst seit wenigen Jahren wieder in Museen und Galerien gezeigt werden.Nachdem Moeke die Stiftung dem Buchheim-Museum zugeführt hat, verspricht er sich auch in Deutschland eine größere Resonanz für die Arbeiten Holmeads. „Der Ausgangspunkt war die von mir organisierte Ausstellung in Amerika, in Shippensburg, dem Geburtsort Holmeads. Wir wurden, meine Frau und ich, so herzlich aufgenommen und bestätigt, dass ich ein Jahr später eine weitere Ausstellung in der Hauptstadt Pennsyl-vanias, in Harrisburg, durchführte. 


Ähnlich erfreuliche Reaktionen wie in Amerika gab es in Bernried. Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim Museums, war von Holmead sofort angetan. Er war hoch interessiert an dem Lebenslauf des Künstlers und insbesondere an der Maltechnik Holmeads.


„Das Reliefartige, der pastose Farbauftrag können als charakteristisch für Holmead gelten”, analysiert Moeke, „und natürlich der expressionistische Ausdruck.”


Die Entwicklung des Künstlers Holmeads hat Alfred Moeke gemeinsam mit Dr. Rainer Zimmermann in einer Monographie zusammengefasst. Hier wird eine entschei-dende künstlerische Phase beschrieben. Holmead schreibt seiner Tochter Margaret: „Greti, ich habe bisher in einem Sarg geschlafen, jetzt bin ich auf-gewacht und habe das Short Hand Painting erfunden.

„Dadurch entstand ein enormer Schub und wir wurden innerhalb Amerikas an verschiedene Universitäten weiter gereicht. Auch hier war der Empfang ohne Ausnahme überaus erfreulich, bis hin zum Senator von Pennsylvania, der uns in seine Villa einlud.

Als wir dann vier Universitäten besucht hatten, fiel mir auf, dass alle eine Galerie mit einer großen Kunstabteilung haben ... nur in Deutschland gab es das nicht.”

Alfred Moeke führte daraufhin Gespräche mit dem Ziel, an einer norddeutschen Universität eine Kunststiftung ins Leben zu rufen, welche in Bremen sodann gegründet wurde.

„Leider ließen die Aktivitäten auf sich warten. Einige Jahre lang tat sich nichts, obwohl sogar eine Amerika-Reise zur Erarbeitung einer Doktorarbeit finanziert wurde. Es musste also etwas geschehen.”

Die Absicht Moekes, die Stiftung der Buch-heim-Stiftung zu übereignen, wurde unter Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, realisiert.

ALFRED MOEKE            Foto: Take Janssen

KUNSTSAMMLER

TRÄGER DES BUNDESVERDIENST-KREUZES

MITGLIED IM AUFSICHTSRAT DES BUCHHEIM-MUSEUMS

HOLMEAD, geboren als Clifford Holmead Phillips (*2.10,1889 in Shippensburg, Pennsylvania, USA; † 22.02.1975 in Brüssel, Belgien) war und ist der Maler, von dem Alfred Moeke eine umfangreiche Sammlung zusammengetragen hat. Einen Großteil hat Moeke dem Buchheim-Museum in Bernried bei München gestiftet.


„Ich habe keine philosophischen,

metaphysischen oder astrologischen

Theorien über meine Malerei.

Ich glaube, dass ich unbewusst

und spontan malen muss –

wie der Vogel singt.“

(Holmead)

Nach seiner künstlerischen Neuorientie-rung bricht Holmead seine Zelte in Amerika ab und übersiedelte 1956 nach Europa.


„Die Technik, Farbe mit breitem Spachtel dick und mit kurzen Hieben aufzutragen, sieht auf den ersten Blick relativ einfach aus”, sagt Moeke, „aber ich habe gemein-sam mit Rainer Zimmermann etliche namhafte Künstler besu-chen dürfen, die den Holmead-Stil zu kopieren versuchten, jedoch haben sich alle wieder dem Pinsel als Werkzeug zugewandt. Warum? Weil, so sagten uns die Künstler, die Anwendung des Spachtels in der Art Holmeads eine jahrzehntelange Erfahrung erfordert.”


Holmead drückte es drastischer aus: „Ich kann nicht tagelang oder länger an einem Bild malen, es muss in kürzester Zeit entstehen, sonst wird es zu einer Fotografie. Und das kann ich nicht dulden!”

Moeke ergänzt: „Homead war ein sehr kritischer Zeitgeist. Aufgrund der engen Verbindung zu seiner Witwe Frau Phillips, gewannen wir, meine Frau Helga und ich, auch eine sehr persönliche Sicht in das Leben von Holmead. Vieles davon ist in seine Biographie eingeflossen.


Mit Elisabeth Phillips, einer gebürtigen Bremerin, waren wir zwanzig Jahre befreundet, bis sie 97-jährig verstarb. Sie hatte mich nicht nur als Verwalter der Kunst von Holmead eingesetzt, wir waren uns auch familiär sehr nahe. Sie war oft zu Besuch bei uns, an Feiertagen wie Weih-nachten, Ostern und an Geburtstagen sowieso. Ich hatte mich verpflichtet, das Werk ihres Mannes weiter in die Welt zu tragen.”

HOLMEAD

„FEMME DE LA HALLE”

(linkd)

HOLMEAD

„ZWEI DAMEN”

(rechts)

Das "Museum der Phantasie"
liegt nördlich von Bernried
im Höhenrieder Park am
Ufer des Starnberger Sees.

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